aus dem nähkästchen

die andere seite der medaille

Man sagt, in der 2. Lebenshälfte prägen sich andere Eigenschaften aus, andere Wesenszüge kommen zum Vorschein. Man lernt die andere Seite der Medaille, das Pendant im Ying-Yang, die bisher weniger bestrahlte Seite von sich selbst kennen.

Eine spannende Entdeckungsreise!

Gerne möchte ich davon erzählen. Dabei geht es mir nicht um Dozieren, Werten, richtig oder falsch, um eine Aufforderung oder gar einen eigenen Missionsauftrag – dies kenne ich bereits zur Genüge…….


Ich möchte nur meine Beobachtungen teilen, in der Hoffnung, dadurch noch mehr zu entdecken und beschenkt zu werden.

Für mich ist es spannend wahrzunehmen, wie sich Wichtigkeiten, Selbstbilder und eigene Werte wandeln, zum Teil umkehren, zum Teil ganz fein und subtil modifizieren.

Ich liebe es, Dinge in Bewegung zu bringen, mitzuwirken, anzupacken, zu organisieren, gestalten, zu beeinflussen, zu helfen, zu retten, zu lehren. Ich weiss: das braucht Einsatz, eine gute Strategie, eine Planung.

Gibt es ein Problem –

kein Problem,

ich werde alles daran setzen es zu lösen, ich werde etwas tun, mich oder die Umstände verändern………..
auf jeden Fall reagieren oder agieren
.


In meinem Garten stelle ich fest: Ich habe geackert, gejätet, gehackt, Erde gebracht, gesät, gepflanzt, wieder gejätet, ausgedünnt, die Erde gelockert, gegossen, gedüngt…………….. und nun ist es Zeit, zu staunen, wahrzunehmen, zu lernen, zu hören, einfach da zu sein zu ernten und sich zu freuen.

Es ist Zeit, ruhig zu sein, das Risiko der prophezeiten Leere einzugehen. Ich staune über den Reichtum den ich dabei erlebe und erfahre. Statt der Leere ist da Lehre. Ich erlebe die Fülle, die durch Ruhe und Langsamkeit entsteht. Und immer wieder staune ich über mich selbst: Wie wohl ich mich fühle in dieser bisher so unbekannten Wesensart, wie lustvoll und spannend diese neu entdeckten Eigenschaften sind.

Und ich lerne die Qualität des Stille-Haltens, des Stillseins schätzen. Ich beginne zu verstehen, wie wertvoll es ist, einfach den Raum zu halten, einfach nur da zu sein, ohne etwas zu tun. Dies ist nicht immer einfach, aber wenn es gelingt, fühle ich mich unheimlich beschenkt.

GESCHRIEBEN VON DER AGENTIN: NONI